Archiv für den Monat: Mai 2017

Bille Haag Königin der Nacht

Bille Haag

Königin der Nacht

Roman, Klöpfer & Meyer, Tübingen, 2016

Hardcover, Schutzumschlag,, Lesebändchen

ISBN 978-3-86351-421-1

22,– Euro

Gestörter Zauber

Mit einem mozartschen Zauber umgibt Bille Haag die Geschichte, besser die Hauptperson der Ereignisse: Lili Kordewan. Aus dem eigenwilligen Kind wird eine berechnende Sängerin und Klavierspielerin, die alle Menschen, mit denen sie zu tun hat, in die Handlung von Mozarts Zauberflöte einzuordnen scheint. Sehr egozentrisch veranlagt, verfolgt die Protagonistin ihre Lebensziele, vom Beruflichen bis zur Liebe. Auch wenn sie manches Erstrebte nicht erreicht, hält sie ihre Umgebung bis zuletzt in Atem. Die Jahre vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis 1989 ziehen vor den Augen der Leser vorbei, mit ihrer schwierigen und zum Teil grausigen Geschichte, an der die „Königin der Nacht“, Lili, scheinbar unberührt vorbeilebt, zwar berührt wird, aber nicht versteht, warum diese Dinge geschehen. Die Musik ist ihr wichtig, doch schafft sie es nie bis in die vorderen Ränge und muss sich mit Darbietungen auf zweit- und drittklassigen Bühnen zufrieden geben. Die Liebe geht vor, auch wenn sie, ohne es zu begreifen, immer wieder deren Opfer wird, da ihr „Tamino“, der Prinz, leider ein Hallodri, Aufschneider und Betrüger ist. Was allerdings unter andern Ereignissen und kriminellen Handlungsweisen zu etlichen Lustfahrten in einem unbezahlten, roten, offenen DKW-Sportwagen führt, wobei die Assoziationen mit dem berühmten, bei einem Höchstgeschwindigkeitsversuch tödlich verunglückten Auto-Rennfahrer Bernd Rosemeyer und dessen Lebensgefährtin, der Nazi-Mitläuferin und weltberühmten Fliegerin Elly Beinhorn, nicht fehlen.

Eine spannende Lebensgeschichte, eingebettet in die historischen Abläufe des Jahrhunderts, in einem knappen und dennoch sprachmächtigen Duktus, der das Lesen zur Freude macht.

Bille Haag wurde in Düsseldorf geboren, Lehrerin, Buchhändlerin, Schriftstellerin, lebt in Freiburg und hält sich oft im Ruhrgebiet auf. Bekannt wurde sie vor einigen Jahren mitihrem Erstling „Der Abfahrer“, der im asso-Verlag Oberhausen erschien.

Ulrich Straeter

 

 

Lehrer-Welsch-Preis für das literarische Werk von Gerhard Uhlenbruck

Die Regionalgruppe Köln des Vereins für deutsche Sprache  verleiht seit 2004 den Lehrer-Welsch-Sprachpreis. In Erinnerung an den Kölner Lehrer Heinrich Welsch (1848-1935) ehrt der VDS damit Menschen, die Kölsch und die deutsche Sprache lebendig erhalten. Erster Preisträger war der damalige Zugleiter Alexander von Chiari, der im Rosenmontagszugmotto 2005 das englische Wort „Kids“ nach Protesten durch das kölsche Wort „Pänz“ ersetzt hatte.

Weitere Preisträger:

  • 2005: Andreas Henseler, Geschäftsführer des Kölner Wissenschaftsmuseums Odysseum und ehemaliger Schuldezernent der Stadt Köln für seinen Einsatz, dass vom Namen den Preis dafür, dass das Odysseum nicht „Cologne Science Center“ genannt wurde.
  • 2006: Die Gruppe Wise Guys für ihr Lied „Denglisch“
  • 2007: Peter Herbolzheimer für seinen Einsatz für die deutsche Sprache auch im Jazzbereich
  • 2008: Krätzchensänger Ludwig Sebus für die Verbreitung und Weitergabe des Kölschen mit seinen Liedern
  • 2009: Die Sendung mit der Maus, da sie bei der Wissensvermittlung für junge Menschen auf unnötige Anglizismen verzichtet.
  • 2010: Die Mundartband „De Höhner“, da sie mit ihren Liedern den kölschen Dialekt in Deutschland bekannt und beliebt gemacht haben.
  • 2011: der Heimatverein Alt-Köln von 1902 für die Pflege des Kölschen
  • 2012: der Kölner Sender center.tv für seine Verbundenheit mit der kölschen Lebensart und Sprache
  • 2013: Wolfgang Bosbach „[…] will die deutsche Sprache im Grundgesetz verankern nicht als Ausgrenzung fremdsprachiger Menschen, sondern als Einladung, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen“ (Reinhard Louis in seiner Laudatio)
  • 2014: „Akademie för uns kölsche Sproch“ für ihre Verdienste um den Erhalt und die Förderung einer lebendigen und zeitgemäßen kölschen Sprache
  • und 2017 unser Autor Gerhard Uhlenbruck für sein hauptsächlich in unsererm Verlag erschienenes literarisch-aphoristisches Werk!
  • Gerhard Uhlenbruck: *17.06.1929 in Köln. Studium der Medizin und Biochemie. Bis zu seiner Emeritierung 1996 Universitäts-Professor und Direktor des Instituts für Immunbiologie an der Universität Köln. Wie aber kommt man als Arzt zum Schreiben und zur Wissenschaft Immunologie? Ursache war eine seltene immunologische Erkrankung (Sarkoidose), die während der Ausbildung zum Internisten auftrat. Der Autor motivierte sich dann zum Schreiben während eines Reha-Aufenthaltes („Zauberberg-Erlebnis“) im Schwarzwald: Folge war ein „aphoristischer“ Gedichtband noch unter einem Pseudonym (Gerhard Günther: „Nicht für immer – .“ 1975). Ab 1977 erschienen dann in regelmäßiger Abfolge über 40 eigene Aphorismenbände.

 

Gerhard Uhlenbruck Preisträger Lehrer-Welsch-Preis 2017

                                  lieferbare Bücher im Brockmeyer Verlag

 

Uhlenbruck, Gerhard: NOTIZEN VOLLER SPITZEN

Aphoristische Sprüche: Wortspiele mit dem Sprachwitz, Bochum 2016, ISBN 978-3-8196-1034-9, kart. 21 x 14,6 cm. 112 S. € 11,90

Uhlenbruck, Gerhard: Spruchreif!

Einschlägige Geistesblitze; Bochum 2011, ISBN 978-3-8196-0785-5, kart. 128 S. 21.14,6 cm € 12,90

Uhlenbruck, Gerhard: Denkzettel und Therapierezepte

Sprüche und aphoristische Satz- und Sichtweisen, Bochum 2015, ISBN 978-3-8196-0993-0, kart. 21 x 14.5 cm 100 S. € 12,90

Uhlenbruck, Gerhard: DENK-AN-SÄTZE.

Wieder sinnige Sprüche und Aphoristische Heil- und Selbstpflege-Sätze, Bochum 2013, ISBN 978-3-8196-0930-5, kart. 21 x 15,5 cm. 122 S € 9,90

Uhlenbruck, Gerhard: SPRUCHLANDUNGEN

Frech gewagt und kurz gesagt, Bochum 2014, ISBN 978-3-8196-0959-6. kart. 21 x 14,5 cm. 110 S. € 9,90

Uhlenbruck, Gerhard: HERAUS GEFLUTSCHTES

SELBSTGESPRÄCHE VOR TAUBEN OHREN. Aphoristische Spruchsätze und Gedanken, Bochum 2016, 21 x 14,5 cm. 112 S € 11,90

Wir gratuliern unserem Autor sehr herzlich zu diesem Erfolg!
Dr. Norbert Brockmeyer  (Verleger)